Doch wegen der komplizierten Rechtslage, die Genossenschaften waren für ihre Arbeit voll haftbar, und vor allem wegen fehlender finanzieller Mittel war das Vorhaben zum Scheitern verurteilt. Im Jahr 1867 erließ Preußen, der führende Staat im Norddeutschen Bund, ein erstes Genossenschaftsgesetz. Dieses Gesetz blieb jedoch weitgehend unwirksam. 1888 gab es im Deutschen Kaiserreich nur 28 dieser Baugenossenschaften. Erst 1889, mit dem „Gesetz betreffend die Wirtschafts- und Erwerbsgenossenschaften“, genannt Genossenschaftsgesetz, wurde die Gründung von Genossenschaften mit beschränkter Haftung ermöglicht. Mit dem fast zeitgleich erlassenen Altersversicherungsgesetz schuf der Staat durch die Vergabe von langfristigen und zinsgünstigen Krediten für den Wohnungsbau weitere Voraussetzungen für das Entstehen von Baugenossenschaften. Im Jahr 1918 ging das Deutsche Kaiserreich und mit ihm auch alle Fürstentümer in Deutschland unter. Aus dem Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz wurde am 1.Januar 1919 der Freistaat Mecklenburg-Strelitz. Am 5.Juli 1919 wurde in Neustrelitz die „Gemeinnützige Baugenossenschaft für Mecklenburg-Strelitz, eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht“ mit dem Sitz in Neustrelitz gegründet. Am 18.Juli 1919 erfolgte die Eintragung in das Genossenschaftsregister beim Amtsgericht Neustrelitz. Aber schon am 28.Juli 1920 wurde sie wieder liquidiert und später auch im Genossenschaftsregister gelöscht. Über die näheren Umstände ist weiter nichts bekannt. Damit war in Neustrelitz der erste Versuch der Gründung einer Baugenossenschaft gescheitert. Im Reich dagegen erhöhte sich die Anzahl der Neugründungen ständig: von 38 (1889) über 385 (1900) auf 1401 (1914). Während es durch den Ersten Weltkrieg zunächst zu einer Stagnation kam, stieg ihre Zahl um 1920 geradezu sprunghaft an. Die Baugenossenschaften - sie nannten sich auch Wohnungsbaugenossenschaft oder Bauverein - hatten sich das Ziel gesetzt, ihre Mitglieder - die Genossen - mit preisgünstigem Wohnraum zu versorgen.

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